Prädialyse

Vermeidung durch Früherkennung

Der richtige Zeitpunkt spielt im Zusammenhang mit der Dialyse immer wieder eine wichtige Rolle. Das fängt bereits damit an, dass ein Patient rechtzeitig von seinem Hausarzt an einen Nephrologen überwiesen werden sollte, wenn der Verdacht einer fortschreitenden Nierenfunktionsstörung vorliegt. Nur dann kann die Dialysepflicht deutlich hinausgezögert oder sogar ganz vermieden werden.

Die Information der Patienten ist von besonderer Bedeutung. Aufgeklärte Patienten können aktiv dazu beitragen, den Dialysebeginn hinauszuzögern: durch Verzicht auf das Rauchen und auf bestimmte Schmerzmittel, viel Bewegung, Gewichtsreduzierung bei Übergewicht, eine angepasste Ernährung und die optimale Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfettwerten.

Neben dem persönlichen Gespräch mit dem behandelnden Nephrologen können Patienten in speziellen Veranstaltungen mehr über die Dialyse erfahren. Durch die Vorträge und in Diskussionen werden unbegründete Befürchtungen ausgeräumt, Ängste abgebaut und auch bei den Familien Verständnis für die Situation der Patienten geschaffen. Es werden die unterschiedlichen Verfahren der Nierenersatztherapie und alle wesentlichen Vorteile dieser Verfahren vorgestellt, so dass die Patienten sich ein umfassendes Bild machen können. Das ist gerade deshalb von Bedeutung, weil 95 Prozent aller Dialysepatienten die HD (Maschinendialyse) anwenden, knapp 5 Prozent die PD (Bauchfelldialyse) und bislang ein entsprechendes Ungleichgewicht bei den Informationen über die beiden medizinisch gleichwertigen Verfahren besteht.

operasan legt bereits in der Phase der Früherkennung und Prädialyse großen Wert auf die Einbezieung und Information der Patienten und der Angehörigen. Insbesondere wenn die Patienten im Pflegeheim wohnen und im Rahmen unseres Projekts „dialyse@home“ behandelt werden.

Die nephrologische Versorgung noch nicht dialysepflichtiger Patienten geschieht im Rahmen des Projektes dialyse@home in enger Abstimmung mit dem behandelnden Hausarzt vor Ort im Pflegeheim. Im Rahmen eines Patienten Screening wird die Einverständniserklärung der Patienten zur Mitbehandlung durch den Nephrologen eingeholt. Dieser prüft anhand der aktuellen Laborwerte (insbesondere Kreatinin, Harnstoff und GFR) und der vorliegenden Arzt- und Krankenhausberichte, welche Patienten in der Nierenambulanz im Pflegeheim vorgestellt werden sollen.

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Patienten mit einer GFR < 30 (KDOQI Stadium 4) beziehungsweise, bei Vorliegen einer Diabetes Erkrankung Typ 2, bereits mit einer GFR < 60 (KDOQI Stadium 3) sowie Patienten mit vorherigem Krankenaufenthalt in Folge eines akuten Nierenversagens, sowie Patienten mit nur einer Niere werden vom Nephrologen über die bestehende Nierenerkrankung aufgeklärt. Ihnen wird empfohlen, sich regelmäßig in der Nierenambulanz vorzustellen.

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Die identifizierten nephrologischen Patienten werden einmal im Quartal in der Nierenambulanz umfassend untersucht. Ein Labor wird erhoben, eine Sonographie wird einmal im Halbjahr durchgeführt. Gegebenenfalls wird eine Mitbehandlung durch einen Kardiologen und/oder einen Diabetologen veranlasst. Das Behandlungsziel in der prädialytischen Phase ist die Progressionshemmung der Nierenerkrankung und damit die Verzögerung oder Vermeidung einer späteren Dialysepflicht. Erreicht wird dies insbesondere durch eine entsprechende medikamentöse Therapie und eine exakte Einstellung des Blutdrucks. Insgesamt können so mit einer möglichst frühzeitigen Erkennung der Nierenerkrankung und einer entsprechenden Behandlung die Krankheitsfolgen deutlich gemildert werden.